Dokument

Zur Zukunft des Geldes

Die Zukunft unseres Geldes - Womit zahlen wir zukünftig?

Welche Zukunft Geld haben kann — und welche politischen Entscheidungen sie heute schon prägen. Position aus 2025.

Die Zukunft unseres Geldes - Womit zahlen wir zukünftig?

Wird uns die Digitalisierung des Geldes die Verfügungshoheit über unser Geldvermögen kosten? Diese Frage stellt sich in den Jahren immer dringender. Abseits von Faktenprüfern oder Interessengemeinschaften möchten wir uns einmal dieser These widmen.

Entwicklung des Geldsystems seit 1943

Den Grundstein für das Geldsystem der Neuzeit legten die Regierungen von 44 Ländern am 1. Juli 1944 in Bretton-Woods (New Hampshire). Der sogenannte White Plan war Bestandteil des Bretton-Woods-Abkommens und hatte die US-Währung im Fokus. Alle anderen Währungen hatten zur US-Währung ein fixes Wechselverhältnis. Zur Deckung des US-Dollars wurde eine Goldparität beschlossen. Das Wechselverhältnis zwischen dem Dollar und einer Unze Gold wurde auf 35 Dollar je Unze Feingold (ca. 31 Gramm) festgelegt. Um die Goldparität des Dollars zu sichern, verpflichtete sich die Federal Reserve Bank of New York (FED), einer Privatbank, Gold zu diesem Preis unbegrenzt zu kaufen oder zu verkaufen. Das Abkommen das indirekte Ziel, Europa als Wirtschaftszentrum und als wichtigen Handelspartner der USA wiederherzustellen. Die Wechselkurse zwischen den Währungen sollten stabilisiert werden, sodass der Welthandel ohne Probleme und Handelsbarrieren vonstattengehen konnte und es keine Schwierigkeiten bei Zahlungsvorgängen geben. Somit war ein wichtiger Meilenstein in Richtung Globalisierung erreicht. Die Regierungen der 44 Länder, die am Bretton-Woods-Abkommen teilgenommen haben, sind wie folgt (nach Kontinenten aufgeteilt):

Rückblickend kann geschlussfolgert werden, dass das Bretton-Woods-Abkommen der Grundstein für ein neues globaleres und gleichzeitig kapitalistisches Wirtschaftssystem war.

Zur Sicherstellung des neuen Abkommens wurde zum einen die Weltbank und zum anderen der Internationale Währungsfonds (IWF) gegründet. Beide Organisationen werden daher als Bretton-Woods-Institutionen bezeichnet. Die Kreditvergabe des IWF ist an wirtschaftspolitische Auflagen geknüpft, die die Rückzahlung der Kredite sichern sollen. Anders als der IWF vergibt die Weltbank auch Kredite für spezielle Projekte. Wirtschaftspolitische Auflagen können beispielsweise Konjunkturpakete, Reduktion von Staatsausgaben, Privatisierung von Staatseigentum, etc. sein. Hier sei zu bemerken, dass diese Auflagen somit eine deutliche Lenkungsfunktion im globalen Wandel der letzten Dekaden hatten.

Das Ende der Goldparität

Im Jahre 1973 wurde dem Bretton-Woods-System maßgeblich ein Ende gesetzt. Vorangegangen war die von Richard Nixon ausgerufene Abkopplung des US-Dollars von Gold. Seit dem 15. August 1971 hatte die US-Notenbank FED plötzlich die Möglichkeit, die Geldmenge unabhängig von der Gelddeckung zu erzeugen. Parallel dazu blieb der US-Dollar weiterhin die weltweite Ankerwährung und somit wurde das sogenannte Triffin-Dilemma noch weiter verstärkt, da der wachsende Welthandel zu einem steigenden Bedarf an Dollar-Währungsreserven führte. Diese Geldmengen mussten vorgehalten werden und führten auf der einen Seite zwangsläufig zu inflationären Zuständen und zum anderen zu stärkeren Abhängigkeiten, da der US-Dollar in den nationalen Zentralbanken vorgehalten werden musste. In den Folgejahren brach der US-Dollar jedoch ein. Obwohl die Deutsche Bundesbank die Zinsen kontinuierlich senkte, floss weiterhin spekulatives Kapital in die Bundesrepublik, das die bundesdeutsche Inflationsrate zu erhöhen drohte. Am 17. Februar 1973 beschloss die Bundesregierung unter Willy Brandt ein sogenanntes Stabilitätsprogramm zur Dämpfung der Konjunktur und Begrenzung der Inflation. Zwischen dem 11. und 14. März 1973 beschlossen mehrere europäische Länder den endgültigen Ausstieg aus dem System fester Wechselkurse und somit wurde das Bretton-Woods-System offiziell außer Kraft gesetzt.

Fiat Geld und die Auswirkung auf unser Zahlungssystem

Seit 1973 hat das sogenannte Fiat Geld eine immer größere Rolle eingenommen. Während die Währungen bis 1971 zumindest teilweise durch Gold gedeckt waren, sind die Währungen der meisten Volkswirtschaften heute sogenannte Fiat-Währungen ohne Edelmetalldeckung. Die Bezeichnung "fiat" (lateinisch "es werde") deutet darauf hin, dass das sogenannte "Fiat Geld" allein durch politische Beschlüsse eines Staates bzw. eines Staatenbundes bestimmt wird und sie Geld als gesetzliches Zahlungsmittel durch die Zentralbanken und die angeschlossenen Banken generieren lässt. Die Entstehung von Geld wird schon seit vielen Jahren nicht mehr durch das Drucken von Banknoten, sondern durch die Schaffung von sogenanntem Buchgeld ermöglicht.

Der Wandel hin zum Buchgeld begann bereits in den 1950er Jahren. Behörden sowie große und mittlere Unternehmen forderten unter anderem aus Rationalisierungsgründen, Ende der 1950er-Jahre zunehmend Beamte, Angestellte und Arbeiter dazu auf, sich Lohn oder Gehalt auf ein Bankkonto auszahlen zu lassen. Bereits ab 1957 hatten in Deutschland Bankkonten bereits die bare Lohn- und Gehaltszahlung mittels Lohntüte verdrängt, weil immer mehr Unternehmen und Kommunalverwaltungen dazu übergingen, Löhne und Gehälter bargeldlos zu überweisen. Mit der flächendeckenden Einführung der Bankautomation und der zunehmenden Computerisierung konnte die Bewältigung des gewünschten Massengeschäftes ermöglicht werden. Bereits 1958 gab es in der Sparkassenorganisation etwa 4 Millionen Girokonten. Für die Großbanken standen Privatkunden im Fokus und begannen im großen Stil damit, Lohn- und Gehaltskonten einzurichten. Mit dem Wegfall der baren Lohntüten änderte sich der Umgang mit Bargeld zunehmend, da beispielsweise Mieten und sonstige laufenden Kosten immer seltener in bar beglichen wurden. Somit veränderte sich der Wertspeicher zunehmend hin vom physischen zum "digitalen" Portemonnaie bei den diversen Banken. Auch die Vergabe von privaten Schuldverschreibungen (Krediten) wurde durch die Erzeugung von Buchgeld deutlich erleichtert und beflügelte in besonderer Weise die inländische sowie globale Marktwirtschaft. Das Beflügeln der Marktwirtschaft mit einer gleichzeitig stetig sinkenden Kaufkraft lässt schnell erahnen, dass sich zu dieser Zeit ein Ungleichgewicht zwischen realem verfügbarem Barvermögen und angebotenen Gütern aufbaute. Bankkredite jeglicher Art erfreuten sich einer immer größeren Beliebtheit, da der Kreditgeber dem Kunden unkompliziert den vereinbarten Kreditbetrag gutschreiben konnte und der Konsum von neuen Gütern weitaus weniger kompliziert erfolgen konnte.

Der Vorstoß der Digitalisierung

Die Digitalisierung und somit die Vernetzung von Kartenlesegeräten und Bankennetzwerken nahm in den 1980er Jahren immer weiter zu. Schon bereits in den 1990er Jahren war in Deutschland und Europa endgültig klar, dass das bargeldlose Bezahlen nicht mehr verschwinden würde. Kartenlesegeräte wurden nach und nach in vielen Unternehmen (z.B. Supermärkten und Modegeschäften) eingeführt. Zur gleichen Zeit verlor das Scheck-System gleichzeitig an Bedeutung und das Electronic Cash (EC) Verfahren übernahm gerade bei den jüngeren Marktteilnehmern die Führung im Bezahlverfahren. Die älteren Marktteilnehmer waren eher verhaltener bei der bargeldlosen Zahlung. Schließlich wurden Lebensmittel und geringwertigere Konsumgüter bis in die 1980er Bargeld bezahlt. Die Grundlage für die kontaktlose Bezahlung wurde durch die Einführung Girokarte im Jahre 2007 wurde aus der EC-Karten die Girokarte. Auch wenn es jeder bemerkt hat. Nicht jeder hat diese Umstellung überhaupt bemerkt. Dahinter steckte ganz einfach, dass der Magnetstreifen auf Karten abgelöst wurde. Stattdessen setzten Banken nun auf die Chiptechnologie. Somit war die Grundlage für kontaktloses Bezahlen geschaffen.

"Die Pandemiejahre ab 2020 waren der Beginn der Digitalisierung". Diese Aussage lässt sich in vielen Veröffentlichungen lesen. Die Pandemiejahre haben die bargeldlose Zahlung zwar intensiviert jedoch nicht initiiert. Das linke Schaubild zeigt die Nutzung von Zahlungsmitteln in den Jahren 2021, 2022 sowie 2023.

Eine weitere Veränderung ergab sich in den Folgejahren für alle Sparer (und die es werden sollten). Durch die Einführung von Sparkonten verschob sich das Sparguthaben für das eigenen Ersparte mehr und mehr vom physischen Sparschwein zum Sparbuch bei der örtlichen Bank. Die Schaffung von Sparkonten hatte in zweierlei Hinsicht einen positiven Effekt. Zum einen ermöglichte es den Banken, Bargeldbestände aufzubauen und zum anderen, Geld an andere Kunden zu verleihen und jedem Sparer wurde und wird weiterhin für das indirekte Verleihen des Geldes, einen Zins gutgeschrieben.

Bargeldlose Zahlungen haben im Hinblick auf die Pandemiejahre einen starken Auftrieb erfahren. Wurden bis 2019 Restaurantbesuche oder Einkäufe mehrheitlich noch mit Bargeld beglichen, durften Kunden während der Pandemiezeit schon bereits kleine Beträge mit der Karte begleichen. Die Zahlungen per Geldkarte ersetzt zunehmend die Bargeldzahlungen. Doch wie verhält es sich mit den Bargeldreserven der Haushalte?

Bargeld hat per Gesetz eine einzigartige Funktion. So legt § 14 Absatz 1 des Gesetzes über die Deutsche Bundesbank (BBankG) analog zur europäischen Rechtslage fest, dass die Deutsche Bundesbank unbeschadet des Artikels 128 Absatz 1 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union das ausschließliche Recht hat, Banknoten im Geltungsbereich dieses Gesetzes auszugeben. Der Trend hin zum digitalen Portemonnaie ist bei den jüngeren Bevölkerungsschichten bereits jetzt schon angekommen, bei älteren Bevölkerungsgruppen wird jedoch noch gerne mit Bargeld gezahlt. Dies lässt sich jedoch auch darauf zurückführen, dass BigTech Unternehmen zunehmend als Anbieter von Finanzprodukten auf den Markt gelangen.

Die Abwendung vom Bargeld erhöht zunehmend die Akzeptanz des sogenannten digitalen Gelds. Neben den gängigen Bezahlmöglichkeiten hat PayPal eine große Akzeptanz erfahren. Transaktionen zwischen Privatpersonen werden somit nicht mehr mit Bargeld, sondern per Paypal Guthaben bzw. Bankguthaben beglichen. Die Art und Weise, wie BigTechs in den originären Zahlungsverkehr eindringen, ist vielfältig. Sie geben beispielsweise eigene Kreditkarten durch die Kooperation mit Banken heraus. Wie PayPal bieten sie eigene Zahlungssysteme an, z. B. im ECommerce, und verbinden dies teilweise mit dem Angebot von Händler- sowie Konsumentenkrediten. Andere Anbieter bieten ihren Nutzern ganze Konsum- und Dienstleistungsökosysteme, wie etwa der chinesische Anbieter WeChat von Tencent. Hier geht es darum, dass mit einer App alle Bedarfe des Alltags abgedeckt werden können (z. B. Kommunikation, Lebensmittelbestellungen, Organisation von Arztterminen, Verwaltungsdienstleitungen) und dies mit einer Bezahlfunktion verknüpft wird (sogenannte Economies of Scope). Ebenso können BigTechs, wie von Facebook geplant, auf ihren Plattformen eigene Zahlungsmittel (Krypto-Asets mit Bezahlfunktion) anbieten (sogenanntes Interview Schrade). Die Rahmenbedingungen für diesen Wandel wurden bereits im Jahre 2015 durch die Richtlinie (EU) 2015/2366 geschaffen.

Das Zeitalter des digitalen Geldes

Eine sehr entscheidende Technologie, die für die Nutzung des digitalen Geldes notwendig ist, wurde im Jahre 2008 eingeführt. Wie im Krypto Magazin* zu finden ist, wird die Blockchain zusammen mit dem Bitcoin in Verbindung gebracht. Im Jahre 2013 erreichte der Bitcoin zum ersten Mal einen Gegenwert von 1.000 USD. Der Weg des Bitcoins hat bis zu diesem Zeitpunkt jedoch einen schweren Weg zurückgelegt, da die Akzeptanz zu dieser Art von Wertspeicher noch nicht durchgängig möglich war und bis heute weiterhin nicht ermöglicht wird. Mit Anbruch der Pandemiejahre im Jahre 2019 (Covid-19 auch umgangssprachlich Corona genannt) haben sich diverse Plattformen abgebildet, die bis heute noch existieren oder fatalerweise geschlossen wurden (vgl. Sam Bankman Fried's FTX). Die Intention dieser Plattformen war und ist es, eine Alternative zum Bitcoin zu schaffen und diverse programmierbare Münzen (sogenannte Coins) zu sammeln, gegen Fiat Geld zu wechseln und - ähnlich wie an der Börse - zu handeln, und zwar mit der Intention, gewinnbringenden Handel durchzuführen. *https://www.krypto-magazin.de/geschichte-und-entwicklung-der-blockchain-von-den-anfaengen-bis-heute/ Gerne werden sogenannte Kryptowährungen zusammen mit Bitcoin genannt. Zwischen beiden Arten gibt es jedoch einen sehr entscheidenden Unterschied. Während der Bitcoin dezentral ist und von keiner Instanz gesteuert werden kann, sind die eigentlichen Kryptowährungen grundsätzlich zentral gesteuert (vgl. Ripple, Etherium). Kryptowährungen sind bekannt für ihre starke Volatilität (Preisschwankungen). Diese Volatilität kann sowohl hohe Renditechancen als auch Risiken für erhebliche Verluste einbringen. Aufgrund seiner Marktkapitalisierung und Akzeptanz gilt der Bitcoin als vergleichsweise etablierter als andere Kryptowährungen (sogenannte Altcoins). Ein sehr entscheidender Punkt für das Handeln von Kryptowährungen ist die Verfügbarkeit der Handelsbörsen, da Kryptowährungen rund um die Uhr gehandelt werden, während Aktienmärkte feste Handelszeiten haben. Des Weiteren sind Aktienmärkte stärker reguliert, was einen gewissen Anlegerschutz bietet. Kryptomärkte sind dagegen deutlich weniger reguliert und aus diesem Grund anfälliger für Manipulationen. Neben den oben genannten Kryptowährungen wird der sogenannte CBDC (Central Bank Digital Currency) seit 2021 verstärkt in den Medien erwähnt. Die Bedeutung CBDC bezieht sich auf "digitales Zentralbankgeld". Der CBDC wird als eine neue Art von Währung beschrieben, die weltweit experimentiert wird. In Nigeria wurde das Projekt im Jahre 2021 eingeführt und sollte für 14 Monate getestet werden. Aufgrund geringer Nutzung wurde entschieden, das Projekt einzustellen und Bitcoin sowie Kryptowährungen zu legalisieren. Neben Nigeria haben auch Dänemark, Japan sowie Ecuador das Interesse an der Einführung von CBDCs verloren. Angesichts von Bitcoin und Kryptowährungen stellt sich ohnehin die Frage, warum wir bei all den derzeit existierenden sowie etablierten Währungen, zusätzlich noch den CBDC benötigen. Die Hoffnung für CBDC ist, dass es mehr Vorteile für die Benutzer haben soll. Bei den Befürwortern gehört die Verwendung neuer Zahlungstechnologien mittels Blockchain zum Trend, um die Effizienz der Zahlungen zu erhöhen und die Kosten zu senken. Jedoch bleibt die Frage des Eigentums des Geldes völlig unberührt. Das digitale Geld auf einem Konto ist nicht Eigentum des Kontoinhabers. Dieser hat lediglich ein Verfügungsrecht. Erst durch Abhebungen von Bargeld, geht das Eigentum über. Es wird interessant, wie sich insbesondere das Thema Eigentumsverhältnis entwickeln wird.

Aus dem bereits genannten lässt sich resümieren, dass die Blockchain 2008 zielführend für die Einführung des digitalen Geldes eingeführt wurde. Jeder Nutzer (Kunde bzw. Konsument) muss für sich selbst entscheiden, welche Variante des digitalen Geldes für ihn passend ist. Dennoch ist birgt die zentrale Steuerung des digitalen Geldes dieselben Risiken wie seit letztem Jahrhundert das Fiat Geld. Durch die geplante Einführung der digitalen ID (geplante Testphase auch in Deutschland), lassen sich etwaige Dokumente, der Impfpass, die Patientenakte sowie das Zentralbankkonto dieser ID zuweisen. Somit sind alle Transaktionen über die Blockchain transparent und einsehbar. Mit anderen Worten wird durch die Blockchain Technologie eine konkrete Überwachung aller Transaktionen möglich sein und die Zentralbanken können das digitale Geld für bestimmte Zwecke ermöglichen sowie für andere verweigern.